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Die Verletzung menschlicher Grundbedürfnisse
Wie wir heute Beziehungen leben, ist wesentlich davon geprägt, was wir in unseren frühen Beziehungen erfahren haben. Entscheidend ist dabei auch, ob wir mit unseren grundlegenden Bedürfnissen willkommen waren – zum Beispiel mit unserem Bedürfnis nach Kontakt, Geborgenheit und Sicherheit, ob wir etwas brauchen und uns damit zeigen durften, ob wir anderen vertrauen konnten und mit unserem Streben nach Nähe ebenso wie nach Autonomie angenommen wurden.
Wo wir mit diesen Grundbedürfnissen immer wieder frustriert oder verletzt wurden, hinterlassen diese Erfahrungen Spuren. Sie prägen unser emotionales Erleben, unseren Körper und unsere Überzeugungen ebenso wie unseren Ausdruck von Liebe, Nähe und Sexualität.
Nice Guy, People Pleaser & Co.
An den Stellen, an denen wir verletzt wurden oder Wesentliches gefehlt hat, entwickeln wir Wege, damit umzugehen. Manche davon kennen wir gut, andere sind so sehr Teil von uns geworden, dass wir sie kaum als Muster wahrnehmen. Vielleicht fällt es dir schwer, etwas zu brauchen oder darum zu bitten. Vielleicht kümmerst du dich lieber um andere, passt dich an oder bist zum People Pleaser geworden – zum netten Jungen oder netten Mädchen, das es möglichst allen recht macht. Vielleicht musst du viel leisten, hältst andere lieber auf Abstand oder merkst, dass Vertrauen und wirkliches Einlassen für dich immer wieder schwierig werden.
Solche Muster prägen nicht nur unsere Liebesbeziehungen. Sie beeinflussen ganz grundsätzlich, wie wir anderen Menschen begegnen, wie wir Kontakt gestalten und wie viel Nähe wir zulassen können. In unseren intimen Beziehungen werden sie jedoch oft besonders deutlich und können Nähe, Verbundenheit und ein wirkliches Einlassen immer wieder erschweren.
Erkennen und Erfahrung verbinden
Bei Liebes Mut schauen wir gemeinsam tiefer: Welche deiner Grundbedürfnisse wurden besonders frustriert oder verletzt? Welche Strategien hast du entwickelt, um damit umzugehen? Und wie prägen diese bis heute deine Beziehungen? Wir halten das Erkennen und Verstehen dieser Zusammenhänge für einen wesentlichen Schritt, wenn es darum geht, tiefere Beziehungsdynamiken zu verändern – und doch ist es für uns nur ein Teil des Weges. Denn manchmal wissen wir längst, dass wir uns anpassen, zurückziehen, misstrauisch werden oder nichts brauchen dürfen, und finden trotzdem keinen Weg, diese Muster wirklich abzustreifen.
Deshalb verbinden wir bei Liebes Mut die bewusste Auseinandersetzung mit deinen Prägungen und Beziehungsmustern mit tiefer emotionaler und körperlicher Selbsterfahrung. In gestalttherapeutischen Übungen und Einzelarbeiten, intensiven Begegnungen, geführter Atemarbeit und weiteren Erfahrungsräumen kann auch das ans Licht kommen, was an Gefühlen und körperlichen Empfindungen lange zurückgehalten, verdrängt oder abgespalten war und mit deinen Beziehungsmustern verbunden ist. So wird nicht nur verständlicher, was dich geprägt hat – es kann auch auf einer tieferen Ebene erfahrbar und spürbar werden.
In dieser Verbindung von Erkennen, Fühlen und Erfahren liegt die Chance, aus alten Beziehungsmustern wirklich herauszuwachsen und offen für neue Beziehungs-erfahrungen zu werden: dich tiefer einzulassen und verbunden zu fühlen, mehr Nähe und Intimität zuzulassen, deine Bedürfnisse und Grenzen klarer wahrzunehmen und dich gesünder abzugrenzen – ohne dabei den Kontakt zu dir selbst oder zum anderen zu verlieren.
Kontakt neu erfahren
Kontakt gehört zu unseren grundlegendsten menschlichen Bedürfnissen. Gerade weil Kontakt für uns so wesentlich ist, können Verletzungen und Unterbrechungen darin so tiefe Wunden hinterlassen.
So kann etwas Widersprüchliches entstehen: Wir sehnen uns nach Nähe und Verbundenheit und schützen uns gleichzeitig genau dort, wo sie möglich werden könnten.
WENN DU DICH ZEIGST UND DER ANDERE BLEIBT
Bei Liebes Mut geht es deshalb nicht nur darum, deine Beziehungsmuster zu erkennen, ihre Ursprünge besser zu verstehen und mit den unbewussten Gefühlen und Empfindungen in Kontakt zu kommen.
Im Seminar kannst du in der unmittelbaren Begegnung mit anderen Menschen erfahren, dass Kontakt auch anders möglich ist – gerade an den Stellen, an denen du bisher vielleicht Zurückweisung, Beschämung oder den Verlust von Kontakt erwartet hast.
Du kannst erleben, dass du etwas brauchst und damit nicht zu viel bist. Dass du Nein sagen und eine Grenze setzen kannst, ohne den Kontakt zu verlieren. Dass du dich mit deiner Kraft zeigen kannst, ohne zurückgewiesen zu werden, oder mit deiner Verletzlichkeit, ohne dich dafür schämen zu müssen. Du kannst Nähe zulassen, ohne dich selbst darin zu verlieren – und bei dir bleiben, ohne dich vom anderen zurückziehen zu müssen.
Solche Erfahrungen können etwas in Bewegung bringen, das sich allein durch Verstehen oft gar nicht verändert. Nach und nach kannst du erfahren, dass Nähe und Eigenständigkeit keine Gegensätze sein müssen
– und dass Beziehung gerade dort möglich bleiben kann, wo du den Mut hast, mehr von dir zu zeigen.







